Das Wichtigste in Kürze
- Google empfiehlt JSON-LD, unterstützt aber auch Microdata und RDFa; das Vokabular kommt von schema.org.
- Gültiges Markup macht eine Seite für Rich Results teilnahmeberechtigt, garantiert aber keine Darstellung.
- FAQ-Rich-Results erscheinen laut Google seit dem 7. Mai 2026 nicht mehr in der Suche, HowTo schon seit 2023 nicht mehr.
- Das Markup muss die sichtbaren Inhalte der Seite abbilden; erfundene oder versteckte Angaben können zu einer manuellen Maßnahme führen.
Was strukturierte Daten sind
Strukturierte Daten sind ein standardisiertes Format, um Informationen über eine Seite maschinenlesbar anzugeben. Google beschreibt sie als Hilfe, den Inhalt einer Seite zu verstehen: Statt dass ein Algorithmus aus Fließtext errät, was eine Zahl wie „45“ bedeutet, kennzeichnest du sie etwa als Kochzeit eines Rezepts.
Das Vokabular dafür liefert schema.org. Dort sind Typen wie Article, Product oder Event samt Eigenschaften definiert; spezifischere Typen erben die Eigenschaften allgemeinerer. Als Syntax kommen drei Formate infrage: JSON-LD, Microdata und RDFa. Google empfiehlt JSON-LD, wenn dein Setup es zulässt, weil es sich am leichtesten pflegen lässt. Die beiden anderen Formate funktionieren ebenfalls, solange das Markup gültig ist.
Der wichtigste Unterschied zu Microdata: JSON-LD steht als eigener Block im HTML und vermischt sich nicht mit dem sichtbaren Markup. Das erleichtert Templates und Code-Reviews.
Was strukturierte Daten bringen und was nicht
Nach Googles Einführung können strukturierte Daten Rich Results ermöglichen und die Interaktion mit dem Ergebnis fördern. Sie garantieren sie aber nicht: Teilnahmeberechtigt ist eine Seite nur, wenn alle Pflichteigenschaften vorhanden sind und die allgemeinen sowie die funktionsspezifischen Richtlinien eingehalten werden. Ob ein Rich Result erscheint, entscheidet der Algorithmus je Suchanfrage.
Daraus folgt eine nüchterne Erwartung:
- Markup bringt Eignung, keinen Ranking-Bonus. In den hier ausgewerteten Dokumenten verspricht Google keinen.
- Der Nutzen hängt vom Funktionstyp ab. Gibt es für deinen Seitentyp keine Darstellung in der Suche, ist der Gewinn für Google gering.
- Der Aufwand lohnt sich vor allem bei Templates: Einmal sauber umgesetzt, gilt das Markup für Hunderte Seiten.
Wichtig: „Gültig“ heißt nicht „wird angezeigt“. Ein bestandener Test belegt nur die Syntax und die Pflichtfelder, nicht die Darstellung in der Suche.
Welche Rich Results Google heute dokumentiert
Die Search Gallery von Google führte bei der Prüfung am 28.10.2026 (Seitenstand 16.10.2026) 25 Funktionen. Die Liste ändert sich, deshalb gilt sie als Stand Oktober 2026.
| Bereich | Funktionen in der Galerie |
|---|---|
| Inhalte und Medien | Article, Image metadata, Video, Speakable, Subscription and paywalled content |
| Navigation und Organisation | Breadcrumb, Organization, Profile page, Discussion forum |
| Handel und Bewertungen | Product, Review snippet, Employer aggregate rating, Vacation rental, Software app |
| Orte und Veranstaltungen | Local business, Event, Movie |
| Wissen und Lernen | Course list, Dataset, Education Q&A, Math solver, Q&A, Recipe |
| Sonstiges | Job posting, Carousel (nur kombiniert mit Recipe, Course list, Restaurant oder Movie) |
Die Galerie selbst markiert keine Funktion als eingestellt. Was Google abgeschaltet hat, steht in den „Documentation updates“. Dort sind für die letzten Jahre unter anderem verzeichnet:
| Datum | Änderung laut Google |
|---|---|
| 14.09.2023 | HowTo-Rich-Results werden nicht mehr angezeigt, die Dokumentation wurde entfernt. FAQ: nur noch für bekannte, maßgebliche Regierungs- und Gesundheitsseiten. |
| 06.03.2024 | „Guided recipes“ aus der Recipe-Dokumentation entfernt. |
| 04.06.2024 | Home-activity-Markup entfernt, erscheint nicht mehr in der Suche. |
| 09.09.2025 | Dokumentation zu Course info, Estimated salary, Learning video, Special announcement und Vehicle listing entfernt: nicht mehr in der Suche. |
| 05.11.2025 | Hinweis, dass Dataset-Markup nur in Dataset Search genutzt wird; Practice-problem-Typ als auslaufend gekennzeichnet (Dokumentation am 06.01.2026 entfernt). |
| 08.05.2026 | FAQ: Die Funktion erscheint ab dem 7. Mai 2026 nicht mehr in der Google-Suche; Dokumentation am 15.06.2026 entfernt. |
Zwei Folgerungen für die Praxis. Erstens: Bestehendes FAQPage- und HowTo-Markup liefert in der Google-Suche keine Rich Results mehr. Ob du es entfernst oder als reine schema.org-Beschreibung stehen lässt, ist eine Wartungsentscheidung. Zweitens: Eine Funktion, die heute in der Galerie steht, kann morgen auf der Liste oben landen. Plane Markup deshalb als austauschbares Template, nicht als Einmalprojekt.
Vier Beispiele in JSON-LD
Die folgenden Blöcke gehören jeweils in ein <script type="application/ld+json">-Element im <head> oder <body> der Seite. Zur Übersicht stehen sie hier ohne Wrapper. Alle vier wurden als JSON geparst; die Domains sind Platzhalter nach RFC 2606.
Article
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "Article",
"headline": "Beispiel: So funktioniert Caching",
"datePublished": "2026-10-28",
"dateModified": "2026-10-28",
"image": ["https://example.com/bilder/caching.jpg"],
"author": {
"@type": "Organization",
"name": "Beispiel Magazin",
"url": "https://example.com/"
}
}Der Autor ist hier eine Organisation. Gib nur Personen an, die es gibt und die auf der Seite genannt werden.
BreadcrumbList
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "BreadcrumbList",
"itemListElement": [
{ "@type": "ListItem", "position": 1, "name": "Startseite", "item": "https://example.com/" },
{ "@type": "ListItem", "position": 2, "name": "Ratgeber", "item": "https://example.com/ratgeber/" },
{ "@type": "ListItem", "position": 3, "name": "Caching" }
]
}Die Reihenfolge ergibt sich aus position. Das letzte Element steht hier für die aktuelle Seite. Welche Angaben Google für Breadcrumbs verlangt, steht in der Funktionsdokumentation.
Organization
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "Organization",
"name": "Beispiel GmbH",
"url": "https://example.com/",
"logo": "https://example.com/logo.png"
}Das Markup gehört auf die Seite, auf der die Organisation sichtbar beschrieben wird, typischerweise Startseite oder „Über uns“. Welche Eigenschaften Google für Organization auswertet, steht in der Funktionsdokumentation.
Product
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "Product",
"name": "Beispiel-Rucksack 20 L",
"image": ["https://example.com/produkte/rucksack.jpg"],
"description": "Wasserabweisender Tagesrucksack mit 20 Litern Volumen.",
"sku": "RS-20-BLAU",
"offers": {
"@type": "Offer",
"url": "https://example.com/produkte/rucksack/",
"priceCurrency": "EUR",
"price": "79.90",
"availability": "https://schema.org/InStock"
}
}Preis und Verfügbarkeit müssen mit der sichtbaren Seite übereinstimmen. Wenn dein Shop-System den Preis per JavaScript ändert, muss das Markup mitziehen, sonst widersprechen sich Seite und Daten. Wie Google solche Seiten rendert, erklärt der Artikel zu JavaScript-SEO.
JSON-LD im Template erzeugen
Handgeschriebene JSON-Blöcke veralten. Besser ist, sie aus denselben Daten zu erzeugen, aus denen die Seite gerendert wird. Das Beispiel zeigt das Prinzip für den Article-Typ in Node.js:
function articleJsonLd(page) {
return {
"@context": "https://schema.org",
"@type": "Article",
headline: page.title,
datePublished: page.published,
dateModified: page.modified,
image: [page.image],
};
}
const page = {
title: 'Caching: "Cache-Control" richtig setzen',
published: "2026-10-28",
modified: "2026-10-28",
image: "https://example.com/bilder/caching.jpg",
};
// "<" wird maskiert, damit ein Titel nie das Script-Element beenden kann.
const json = JSON.stringify(articleJsonLd(page)).replace(/</g, "\u003c");
const html = `<script type="application/ld+json">${json}</script>`;
console.log(html);
const parsed = JSON.parse(html.replace(/^<script[^>]*>|<\/script>$/g, ""));
console.log(parsed.headline === page.title);Ausgabe:
<script type="application/ld+json">{"@context":"https://schema.org","@type":"Article","headline":"Caching: \"Cache-Control\" richtig setzen","datePublished":"2026-10-28","dateModified":"2026-10-28","image":["https://example.com/bilder/caching.jpg"]}</script>
trueZwei Punkte sind wichtig. JSON.stringify maskiert Anführungszeichen im Titel korrekt, ein handgetipptes Template würde hier brechen. Und das Ersetzen von < verhindert, dass ein Titel mit </script> das Element vorzeitig beendet. Die Werte stammen aus einem einzigen Datenobjekt, Titel und Datum im Markup können also nicht von der Seite abweichen.
Googles Regeln für sauberes Markup
Die allgemeinen Richtlinien lassen sich auf wenige Punkte reduzieren:
- Markup beschreibt Sichtbares. Markiere nur Inhalte, die Nutzer auf der Seite sehen. Versteckte, irrelevante oder irreführende Angaben, etwa erfundene Bewertungen, sind tabu.
- Keine Verschleierung. Strukturierte Daten dürfen weder Personen oder Organisationen vortäuschen noch Eigentum oder Zweck falsch darstellen.
- Pflichtfelder vollständig. Fehlt eine Pflichteigenschaft des Funktionstyps, ist die Seite für dieses Rich Result nicht teilnahmeberechtigt. Empfohlene Eigenschaften verbessern die Qualität.
- Spezifischster Typ. Nutze den genauesten passenden schema.org-Typ und verknüpfe mehrere Elemente bei Bedarf über
@id. - Zugänglich bleiben. Die Seite darf nicht per
robots.txt,noindexoder Zugangsschutz für Google gesperrt sein. - Markup gehört auf die beschriebene Seite. Duplizierte Seiten tragen dasselbe Markup, was zur Canonical-Frage führt: Wie das zusammenspielt, steht im Artikel zum Canonical Tag.
Verstöße können eine manuelle Maßnahme auslösen. Laut Google entzieht sie die Teilnahmeberechtigung für Rich Results, ändert aber nicht das Ranking in der Websuche. Ob eine Maßnahme vorliegt, zeigt der Bericht „Manuelle Maßnahmen“ in der Search Console.
Testen und überwachen
Es gibt drei Prüfebenen mit unterschiedlichem Zweck:
| Werkzeug | Wofür |
|---|---|
| Rich Results Test (Google) | Prüft Markup während der Entwicklung auf Pflichtfelder und Teilnahmeberechtigung; kann in manchen Fällen eine Vorschau der Darstellung zeigen. |
| Schema Markup Validator (schema.org) | Prüft Markup gegen das schema.org-Vokabular, unabhängig davon, ob Google dafür eine Funktion hat. |
| URL-Prüfung und Berichte in der Search Console | Zeigen nach dem Livegang, ob Google das Markup auf der Live-Seite gefunden hat, und melden Fehler im Rich-Result-Status. |
Der dritte Punkt ist der wichtigste für den Betrieb, denn Template-Änderungen brechen Markup oft unbemerkt. Wer Releases mit einer Checkliste absichert, nimmt „Strukturierte Daten stichprobenartig prüfen“ am besten in den Ablauf auf; ein Beispiel liefert der Leitfaden zu technischem SEO.
Praxis-Tipp: Parse die erzeugten JSON-LD-Blöcke in einem automatischen Test, zum Beispiel für je eine Seite pro Template. Ein defektes Template fällt dann beim Build auf und nicht erst im Fehlerbericht der Search Console.
Typische Fehler
- Markup ohne sichtbare Entsprechung: Bewertungen im JSON-LD, aber keine auf der Seite.
- Veraltete Daten: Preis oder Datum im Markup stimmen nicht mehr.
- Ungültiges JSON: Ein Komma zu viel am Ende, und der ganze Block ist wertlos. Parse deine Blöcke in der CI.
- Ein Typ für alles: Eine Kategorieseite als
Productauszuzeichnen, obwohl sie viele Produkte listet. - Eingestellte Funktionen weiter pflegen: Zeit in FAQ- oder HowTo-Markup für Google-Rich-Results zu stecken, lohnt nicht mehr.
Nächster Schritt
Wähle den einen Seitentyp deiner Website, der in der Search Gallery vorkommt, zum Beispiel Artikel oder Produktseiten. Erzeuge das JSON-LD im Template aus den vorhandenen Daten, parse die Ausgabe in einem Test als JSON, prüfe eine Live-URL im Rich Results Test und beobachte danach den Rich-Result-Status in der Search Console. Erst wenn dieser Typ stabil läuft, nimmst du den nächsten dazu.
Häufige Fragen
Muss ich strukturierte Daten für jede Seite einbauen?
Nein. Sinnvoll ist Markup dort, wo Google einen passenden Funktionstyp dokumentiert hat und die Seite die nötigen Inhalte tatsächlich zeigt. Für Seiten ohne passenden Typ bringt Markup für die Google-Suche nichts Messbares.
Kann ich JSON-LD per Google Tag Manager ausliefern?
Technisch ist das möglich, weil JSON-LD ein Script-Block im DOM ist. Fehleranfälliger ist es trotzdem: Das Markup hängt dann vom Rendering ab. Direkt im ausgelieferten HTML ist es robuster.
Ist Markup ein Ranking-Faktor?
Google beschreibt strukturierte Daten als Hilfe, Inhalte zu verstehen und Rich Results zu ermöglichen. Ein direkter Ranking-Bonus wird in der Dokumentation nicht versprochen.
Quellen
- Introduction to structured data markup in Google Search Google Search Central · abgerufen am 28. Oktober 2026
- General structured data guidelines Google Search Central · abgerufen am 28. Oktober 2026
- Search Gallery (structured data features) Google Search Central · abgerufen am 28. Oktober 2026
- Documentation updates Google Search Central · abgerufen am 28. Oktober 2026
- Schema Markup Validator schema.org · abgerufen am 28. Oktober 2026
- Getting started with schema.org using Microdata schema.org · abgerufen am 28. Oktober 2026